BBQ & Bat(man)

Die Koffer sind soweit gepackt, denn in zwei Tagen geht es wieder zurück nach Hause. Wir haben in unserem schicken Zimmer so viel Platz - das wir diesen für's sortieren des Gepäcks perfekt nutzen konnten.

Nach dem wirklich tollen Frühstück, fahren wir noch einmal nach San Antonio. Eine knappe Stunde später finden wir eine recht günstige Parkuhr direkt bei einem Abgang zum Riverwalk.

San Antonio once again

Noch einmal genießen wir das tropische Flair und die morgendliche Ruhe bei einem Spaziergang entlang des Flusses.

In der Nähe des Buckhorn Saloon, gehen wir wieder zurück zum Straßen-Level und werfen einen Blick hinein.

Buckhorn Saloon

Albert Friedrich gründete 1881 diesen Saloon Mitten in San Antonio und schmückte ihn mit seinen ausgestopften Stierköpfen.

Da nicht alle Gäste in den ersten Jahren solvent waren, akzeptierte Albert statt harter Dollars auch Geweihe und ausgestopfte Tierköpfe gegen ein paar Drinks. Und so entstand mit der Zeit ein reich geschmückter Saloon.

Buckhorn Saloon

Zum Saloon gehört zudem auch das Texas Ranger Museum und ein riesiger Souvenir-Shop.

Wir sehen und alles in Ruhe an und gehen dann weiter in Richtung „Mexiko“

Historic Market Square

Heute an einem Dienstag, ist hier auf dem Historic Market Square deutlich weniger Partystimmung als am letzten Sonntag, und so können wir alles noch mal in Ruhe ansehen und genießen.

Wir gehen zurück zum Riverwalk - noch einmal über die Main Plaza, vorbei an der San Fernando Cathedral und dann noch einmal den gesamten River-Walk-Loop bis wir wieder bei unserem Auto ankommen.

San Antoni Main Plaza

Zwei Stunden waren wir unterwegs. Es ist nun 12:30 Uhr - Zeit für Lunch!

Aber nicht irgendeinen Lunch. Zwischen San Antonio und Austin gibt es den sogenannten Barbecue Trail. Unser Weg nach Austin führt uns durch folgende (BBQ-) Orte.

San Antonio - Luling - Lockhart - Driftwood - Elgin - Taylor - Austin

Es gibt insgesamt vier BBQ Regionen in Texas, welche auf unterschiedliche Art ihr BBQ zubereiten. Wir befinden uns in der Region Central Texas BBQ - die “Meat Market Style” Region, dessen Ursprünge auf die Meat Markets im 19. Jahrhundert zurückgehen.

Vor allem deutsche Einwanderer, die sich in Städtchen zwischen San Antonio und Austin niederließen, brachten ihre Räucher-Methoden mit in die neue Heimat. Ganz einfach gewürzt, oft nur mit Salz und Pfeffer, garten die Schlachter ihr übrig gebliebenes Fleisch im Rauch von brennendem Holze, um es haltbar zu machen. Das wurde dann zum Kilopreis verkauft und in Fleischerpapier eingewickelt. 

Kreuz Market Barbecue

Wir können natürlich nicht in jedem Ort zu Mittag essen (dann würden wir wohl platzen) - deshalb haben wir uns zwei ausgesucht. Nach ungefähr einer Stunde Fahrt sind wir in Lockhart. Das Städtchen nennt sich selbst BBQ-Capital Of The World.

Unser Ziel ist der „Kreuz Market“(ausgesprochen „Kreiz“). Er wurde 1900 eröffnet und gehört zu Texas’ BBQ-Institutionen. Als wir durch die Türe der rustikalen Riesen-Scheune treten, trifft uns eine Mischung aus Hitze, dem Geruch von Grillholz und der Duft von gegrilltem Fleisch.

Kreuz Market Barbecue

Rechts ist ein Eingang - auf einem Schild steht: „Vegetarier hier rein, normale Leute den Gang runter“.

Wir gehen (natürlich!) den Gang hinunter und stehen nun in der Jahrhunderte alten Ziegelanlage bei den Pits - den großen schwarzen Metall-Smokern.

Fleisch ist eindeutig das Wichtigste beim Central Texas BBQ. Es wird meist nur dezent gewürzt, oft nur mit Salz und Pfeffer. Die Qualität des Fleisches soll hier für sich selbst sprechen und nicht durch überflüssige Gewürze und Aromen übertüncht werden.

Kreuz Market Barbecue

Wir bestellen uns „von allem etwas“ und bekommen Brisket, Original Sausage und Pork Spare Ribs. Abgerechnet wird “by the pound”, also nach Gewicht. Wie schon vor mehr als 100 Jahren wird das Fleisch lediglich in Metzger Papier gewickelt. Teller gibt es hier keine.

Mit unserem Plastik-Tablett gehen wir nun durch die nächste Türe. Hier gibt es an einer riesigen Theke Beilagen und Getränke. Übrigens: Grillsaucen und Ketchup, sind im Kreuz Market (zu Recht) verpönt - die gibt es hier nicht.

Die Beilagen lassen wir weg - ich hole uns nur eine Cola.

Kreuz Market Barbecue

Wir teilten uns die Portionen und es war sehr, sehr, sehr lecker. Die Würste waren geräuchert und gegrillt, das Brisket und Spare-Ribs so zart, dass es zerfiel, bzw. vom Knochen fiel (was auch gut war, denn es gab als Besteck nur Plastik-Gabeln!).

Caldwell County Courthouse

Wir fuhren noch kurz in den kleinen Ortskern mit dem schönen Courthouse und dann weiter nach Driftwood. Hier mussten wir einen kleinen Umweg in Kauf nehmen wegen einer Straßensperre. Und so waren wir gezwungen durch ein paar kleine, hübsche Ortschaften zu fahren, was durchaus seinen Reiz hatte.

Dann gegen 16:15 Uhr kamen wir beim Salt Link BBQ an. Es war etwas kühl und so spielte die Zwei-Mann-Countryband im riesigen Biergarten für nur ein einziges Paar. Die Armen….

Salt Lick Barbecue, Driftwood

Bei dem Salt Lick handelt es sich um ein traditionelles BBQ Restaurant der Superlative!

Das Salt Lick ist bekannt für ausgezeichnetes Fleisch, das teilweise über 24 Stunden über der Flamme gegart wird.

Gleich nach dem Betreten des Restaurants passieren wir zunächst die Souvenierecke, dann fällt unser Blick auf die riesige offene Küche mit dem freistehenden BBQ Pit: allein der Geruch ist schon überwältigend.

Beef Brisket & Pork Ribs

Wir bestellten jeweils eine Combo-Platte mit Beef Brisket & Pork Ribs.

Das langsam gegarte Rindfleisch war butterzart und perfekt gewürzt, die Rippchen einfach der Wahnsinn. Hier waren die Beilagen inklusive. Es gab Beans, Potatoe Salat und Cole Slaw.

Beef Brisket & Pork Ribs

Also an Texas könnte ich mich schon gewöhnen. BBQ an jeder Ecke, dazu ein leckeres Craft-Beer - ja - das gefällt mir ziemlich gut!

Wir sind pappsatt für heute. Zeit wieder nach Austin zu fahren. Wir finden eine Parkuhr in der Nähe der Congress Bridge. Da hatten wir wirklich Glück, denn die Stadt platzt wegen des Festivals aus allen Nähten.

Austin 6th Street

Jetzt am frühen Abend ist deutlich mehr los als gestern Vormittag - Das South by Southwest Festival ist voll im Gange. An jeder Ecke der 6th Street spielt eine Band - die Stimmung ist super.

Austin 6th Street

Auf einer der Straßenkreuzungen steht ein umgebauter Disco-Smart. An dem kleinen Auto ist eine Hebebühne mit DJ-Pult, hinter dem Kühlergrill sitzt eine Nebelmaschine und ansonsten gibt es noch jede Menge Scheinwerfer, die für Lichteffekte sorgen.

Der Sound ist Klasse - aber ob der Wagen eine Straßenzulassung hat?! Ich glaube nicht.

SMART@SXSW

Gegen 19 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Congress Avenue Bridge. Hier lebt von Frühjahr bis Herbst die größte urban lebende Fledermaus-Kolonie der Welt.

Die Fledermäuse unter der Congress Avenue Bridge gehören zur Gattung der Mexikanischen Bulldoggfledermaus. Im Frühling fliegen sie in nur einem Tag von ihrer Heimat Mexiko nach Austin.

Im Internet gibt es eine genaue Statistik über die „Austin-Bats“. Laut dieser Seite sind die Fledermäuse vor 2 Tagen in Austin angekommen. Haben wir ein Glück.

Bats On South Congress Bridge, Austin

Am gestrigen Tag sind sie ab 7:15 geflogen - die Prognose für heute ist um die gleiche Zeit.

Zunächst suchen wir uns einen Platz auf der Westseite der Brücke, beschließen dann aber doch auf die andere Seite zu gehen.

Wir gehen zu dem kleinen Park unten am Flussufer und warten. 19:20 Uhr. Gehts bald los? 19:25 Uhr - immer noch keine Fledermaus.

Zahlreiche Menschen stehen inzwischen auf der Brücke und an den beiden Ufern. Jede Menge Boote kamen unter die Brücke um Fledermäuse zu sehen. Aber die lassen sich Zeit.

Dann um Punk 19:30 Uhr. War das was? Habe ich eine Fledermaus gesehen? Oder nur einen Vogel?

Es sind Fledermäuse. Endlich. Das Flatterspektakel beginnt erst mit ein paar Fledermäusen, die auf einmal unter der Brücke kreisen.

Wie eine Vorhut die schaut, ob die Luft rein ist. Dann kommen plötzlich die Tiere massenweise aus dem Inneren der Brücke. So als würden sie dort unten von einem Katapult geschossen werden.

Bats On South Congress Bridge, Austin

Sie scheinen alle einer festgelegten Route zu folgen, in mehreren Schwärmen fliegen sie Richtung Westen.

Am nächsten Tag kann ich in der Statistik lesen, dass die Fledermäuse um 19:30 Uhr gestartet sind, 7 Minuten vor Sonnenuntergang haben die kleinen Tiere die Brücke verlassen und flogen 6 Meilen nach Westen. Insgesamt waren es 92.000 Tiere, Wow!

Hört sich diese Zahl auch beeindruckend an - im Sommer wenn die Weibchen ihre Babys bekommen haben, fliegen hier bis zu zwei Millionen Tiere.

Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und es herrscht wieder entspannte Abendruhe.

Wir gehen zu unserem Auto und sagen „Bye bye Austin!“ Nach knapp einer Stunde sind wir wieder in unserem Hotel in San Marcos. Morgen fahren wir die letzte Etappe unseres Roadtrips.

Vielleicht machen wir ja doch einen schnellen Abstecher nach Corpus Christi. Mal sehen!

Austin Skyline

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